22.02.2019

Ausbildungskosten

Hast du Ausbildungskosten gehabt? Dann solltest du diese bei deiner Steuererklärung geltend machen. Lies dazu die Infos

Ausbildungskosten

Für das Absetzen von Ausbildungs- beziehungsweise Zweitausbildungskosten gibt es verschiedene Szenarien mit unterschiedlichen Ansetzungsmöglichkeiten. Da die Zielgruppe von myeasytax Studenten sind, die unterjährig Ihr Studium abschließen und dann in ein Arbeitsverhältnis eintreten, werden im Folgenden die drei Fälle erläutert, die auf diese Zielgruppe zutreffen können. Zu beachten ist hierbei, dass Kosten, entstanden durch die Erstausbildung außerhalb eines Dienstverhältnisses, als Sonderausgaben, und Kosten, entstanden durch die Erstausbildung innerhalb eines Dienstverhältnisses sowie Kosten für die Zweitausbildung als Werbungskosten abzusetzen sind. Aufgrund des inhaltlichen Zusammenhangs, werden wir im Folgenden alle absetzbaren Ausbildungskosten erläutern, unabhängig davon, ob es sich dabei um Sonderausgaben oder Werbungskosten handelt.

Der Fall, der auf die meisten myeasytax-Nutzer zutreffen wird ist, dass sie ein Universitätsstudium absolviert und keine Zweitausbildung gemacht haben. Da es sich bei einem Universitätsstudium um eine Ausbildung außerhalb eines Dienstverhältnisses handelt, können die Ausbildungskosten als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Das Problem hierbei ist, dass die Sonderausgaben lediglich in dem Jahr berücksichtigt werden, in dem sie angefallen sind. Gibst du nun in deinem Abschlussjahr deine erste Steuererklärung ab, da du in diesem Jahr auch in ein Dienstverhältnis eingetreten bist, kannst du nur die Kosten für die Ausbildung als Sonderausgaben abziehen die auch in diesem Jahr angefallen sind. Daher solltest du für das besagte Jahr die Nachweise aller durch das Studium veranlassten Kosten sammeln, da du diese bis zu einem Höchstbetrag von 6.000,00 € ansetzen kannst. Dazu gehören unter anderem Studiengebühren, Fahrtkosten, Kosten für Fachliteratur und Arbeitsmittel sowie Zinsaufwendungen für Bildungsdarlehen wie BAföG.

Der nächste Fall, der auf einen myeasytax-Nutzer zutreffen könnte ist, dass du ein Universitätsstudium absolviert und ein weiteres Studium als Zweitausbildung gemacht hast. Die Ausbildungskosten des Erststudiums sind wie im vorherigen Fall Sonderausgaben und können nur in dem Jahr angesetzt werden, in dem sie entstanden sind. Somit spielen diese für deine Steuererklärung mit myeasytax in diesem Fall überhaupt keine Rolle. Die Kosten der Zweitausbildung stellen hingegen Werbungskosten dar. Mit myeasytax werden wie zuvor die angefallenen Ausbildungskosten des Abschlussjahres in der Steuererklärung berücksichtigt. Einen Höchstbetrag gibt es in diesem Fall nicht.

Hinweis: Du kannst allerdings die Kosten des Zweitstudiums der Jahre davor ebenfalls in einer Steuererklärung für das jeweilige Jahr angeben und somit einen Verlustvortrag erreichen. Denn anders als bei den Sonderausgaben werden die nicht verrechneten Werbungskosten in das nächste Jahr vorgetragen und mit späteren Einkünften verrechnet.

An eine Ausbildung noch ein Studium anzuhängen ist heutzutage ein häufig gewählter Bildungsweg und stellt den dritten Fall dar, der auf einen myeasytax-Nutzer zutreffen könnte. Hast du dich während der Ausbildung nicht in einem Dienstverhältnis befunden, wäre dieser Fall äquivalent zu dem zuvor beschriebenen Fall mit dem Erst- und Zweitstudium.

Hast du die Ausbildung jedoch innerhalb eines Dienstverhältnisses absolviert, handelt es sich bei den Ausbildungskosten um Werbungskosten. Auch die Kosten des anschließenden Studiums sind Werbungskosten. Mit myeasytax werden, wie zuvor erläutert, die Werbungskosten des Abschlussjahres mit dem Einkommen des Jahres verrechnet.

Doch auch hier gilt folgender Hinweis: Du kannst durch Abgabe einer Steuererklärung in den Jahren der Erstausbildung und in den Jahren der Zweitausbildung vor dem Abschlussjahr die Werbungskosten geltend machen und somit einen Verlustvortrag bekommen, der deine Steuerlast im Abschlussjahr für deine Steuererklärung mit myeasytax mindert.

Folgende Ausgaben kannst du im Rahmen mit deiner Steuererklärung geltend machen:

  • Lehrgangs-, Schul- und Studiengebühren
  • Aufwendungen für Arbeitsmittel (z. B. Computer, Taschenrechner)
  • Aufwendungen für Repetitorien
  • Prüfungsgebühren
  • Aufwendungen für Fachliteratur und Lernmittel
  • Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsort (30 Cent pro Entfernungskilometer)
  • Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer, sofern es den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet (Beispiel: Fernstudium)
  • Aufwendungen für Fahrten zu privaten Lerngemeinschaften, die eine Bildungsmaßnahme begleiten, sofern ihr nachweisen könnt, dass die Termine beruflich veranlasst sind (Aufzeichnungen zu Inhalten und Ablauf der Termine erforderlich)
  • Aufwendungen für Sprachkurse, sofern diese beruflich veranlasst sind
  • Zinsen für ein Ausbildungsdarlehen, auch wenn sie erst nach Abschluss der Ausbildung gezahlt werden (nicht abzugsfähig sind dagegen die Aufwendungen zur Tilgung des Darlehens)